

Wissenschaftlich auf der Höhe zu bleiben und sich an der Forschung zu beteiligen, ist nicht nur Auftrag eines kantonalen Schulpsychologischen Dienstes dieser Grösse, sondern auch ein grosses Anliegen der Psychologinnen und Psychologen, welche eine aktuelle und wissenschaftlich fundierte Schulpsychologie anbieten wollen. Aus diesem Grunde hat der SPD einer Anfrage von der Universität Bremen zugestimmt, bei der Schweizer Normierung des HAWIK IV mit zu arbeiten.
Schweizer Normierung des Intelligenztests HAWIK-IV
(Hamburger-Wechsler-Intelligenztest für Kinder)
Intelligenztests gehören bei Schulkindern zu den wichtigsten Verfahren zur Erhebung der schulischen Leistungsfähigkeit. Sie sollen zuverlässig und fair die intellektuelle Leistungsfähigkeit in verschiedenen Lebensaltern und Schultypen einschätzen. Der HAWIK stellt dabei seit genau 55 Jahren das international am meisten akzeptierte Intelligenz-Testverfahren für Schülerinnen / Schüler der Altersgruppe von 6 bis 16 Jahren dar.
Weil Intelligenz keine statische Grösse ist, sondern auch vom jeweiligen Bildungs- und Förderangebot abhängt, müssen solche Intelligenz-Erhebungsverfahren über die Jahrzehnte weiter entwickelt und spätestens alle zehn Jahre neu normiert werden. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu den Grundlagen von intelligentem Denken und Handeln haben zu einer grundlegenden Überarbeitung und Neustrukturierung des Verfahrens geführt, die seit dem vergangenen Herbst in englischer Sprache vorliegt und nun für den deutschsprachigen Raum übersetzt und adaptiert wird. Dabei arbeiten der Schulpsychologische Dienst des Kantons St. Gallen und der Stadt St. Gallen (parallel zu anderen Institutionen, wie z.B. der Universität Basel und der HAP Hochschule für Angewandte Psychologie in Zürich), unter der koordinierenden Leitung von dipl. Psych. FH Regula Schilling eng mit den Professoren Ulrike und Franz Petermann von der Universität Bremen zusammen.
Der HAWIK-IV eröffnet auf eine neue Weise die Möglichkeit, Förderpotentiale zu ermitteln, um die Bildungschancen unserer Schülerinnen und Schüler zu verbessern. Er erfasst differenziert Stärken und Schwächen der Kinder auf der Ebene von vier basalen Fähigkeiten (Sprachliches Verständnis, Wahrnehmungsorganisation, Verarbeitungsgeschwindigkeit und Arbeitsgedächtnis), die in insgesamt 15 zum Teil neu entwickelten Untertests repräsentiert sind und unterscheidet sich damit von seinen Vorgängern. Das neue Verfahren steht seit dem Schuljahr 07/08 allen Regionalstellen zur Verfügung.
