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Neunormierung des Mottier-Tests für 5- bis 17-jährige Kinder/Jugendliche mit Deutsch als Erst- oder als Zweitsprache

Der Mottier-Test, benannt nach Grete Mottier, und ursprünglich als informeller Test zur Ergänzung der Diagnostik leserechtschreibschwacher Kinder als Zusatz für die Zürcher Leseprobe entwickelt, ist ein weit verbreitetes Verfahren, das sowohl in der schulpsychologischen wie auch in der logopädischen, teilweise auch in der kinderpsychiatrischen oder neuropädiatrischen Diagnostik seit vielen Jahren eine wichtige Rolle spielt. Der Test prüft die verbal-auditive Differenzierungs- und Merkfähigkeit, die entsprechende sprechmotorische Koordination sowie die Sprechbewegungsplanung und -programmierung. Die phonologische Bewusstheit als Teil der auditiven Wahrnehmung spielt dabei eine wichtige Rolle.

In der Schweiz, in Deutschland und Österreich verlangt der wachsende Anteil mehrsprachiger Kinder nach neuen Tests und nach neuen Normierungen bestehender Verfahren, die Aussagen über die Validität der Verfahren bei Kindern mit Deutsch als Fremdsprache ermöglichen. Zusätzliche Normen für mehrsprachige Kinder sind ebenso wichtig. Und weil der Mottier-Test zudem veraltete Normen und eine geringe Altersbandbreite aufwies, haben wir unter Federführung von Frau Dr. Christine Fleck, Schulpsychologin, und Frau Nicole Wild, Logopädin, die Arbeit angepackt, ein für uns wichtiges Diagnoseverfahren eben selbst neu zu normieren.

Es war unser Ziel, für eine normorientierte Testinterpretation einen Vergleichsmassstab mit Hilfe von Prozenträngen und T-Werten zur Beurteilung eines individuellen Testergebnisses zu erstellen. Dies soll verhindern, dass Kinder mit Deutsch als Zweitsprache fälschlicherweise als sprachauffällig oder sprachgestört eingestuft werden, resp. dass Kinder mit Sprachentwicklungsstörungen keine adäquate Therapie oder Unterstützung erhalten.

Die Normierung wurde von Schulpsychologinnen und Schulpsychologen und Logopädinnen unseres Dienstes in der Zeit von Mitte November 2010 bis Ende Februar 2011 mit insgesamt 1'242 Kindern aus 9 verschiedenen Altersgruppen vom 5. bis zum 17. Lebensjahr in ländlichen und städtischen Regionen des Kantons St.Gallen durchgeführt. Geprüft wurden 639 Mädchen und 603 Knaben mit monolingualem und mit mehrsprachigem Hintergrund. Bei den Kindern mit Deutsch als Fremdsprache sind alle jene berücksichtigt, bei denen eine oder beide Muttersprachen nicht Deutsch sind.

Insgesamt wurden 797 Kinder mit Deutsch als Muttersprache und 445 Kinder mit Deutsch als Fremdsprache einbezogen.

Die wichtigsten Ergebnisse in Kürze:

1.
Zwischen den männlichen und den weiblichen Probanden konnte in allen neun Altersgruppen kein signifikanter Unterschied festgestellt werden.

2.
In der Altersgruppe 1 (5;0 - 5;11 Jahre) zeigt sich ein hoch signifikanter Unterschied zwischen den einsprachigen und den mehrsprachigen Kindern: letztere erreichen signifikant bessere Ergebnisse als erstere. Sind Sie überrascht? Klicken Sie aufs neben stehende pdf, und Sie erhalten Antworten.

3. 
Auch unsere Neu-Normierung bestätigt, dass in den letzten 30 Jahren eine klare Verschiebung des Normbereichs festzustellen ist: eine im Vergleich zu den 1980er Jahren geringere auditiv-verbale Leistung genügt heute, um im Normbereich zu liegen. Weshalb dies so ist, wäre ein Gegenstand für weitere Untersuchungen.

November 2013 / SPD Kanton St.Gallen / Dr. Hermann Blöchlinger

pdf
Vollständiger Artikel erschienen in der Zeitschrift Praxis Sprache, Schulz-Kirchner Verlag Ausgabe 3/2013

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